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Von Cairns nach Brisbane

QLD

Ozeanien 2016-2018

Aus dem nasskaltem Winter landen wir nach vielen Flugstunden wieder in den Tropen. Ja, wir waren auf Heimatbesuch und es war großartig! Natürlich fanden wir es wirklich toll, Familie und Freunde nach so langer Zeit wieder zu sehen, und doch haben wir zwischendurch immer wieder etwas vermisst. So richtig konnten wir allerdings nicht begreifen, was es war.

Ganz sicher fehlte uns die Sonne, aber da gab es noch mehr. Es fühlte sich beinahe wie Heimweh an: Heimweh nach unserem Zuhause auf Rädern, Heimweh nach unserem eigenen Alltag. Dieser Zustand ist uns jedoch erst beim Landeanflug bewusst geworden, als es sich eigenartigerweise ganz normal angefühlt hat, im fernen Down Under anzukommen, im Gegensatz zu der Ankunft in unserer eigentlichen Heimat einige Wochen zuvor.

Wir atmen die warme Luft, lassen die Sonne in unsere inzwischen bleichen Gesichter scheinen und fühlen uns – Zuhause. Marc holt uns am Flughafen ab und bringt uns sogleich zu unserem Landy, der, wäre er ein Hund im Autokörper gefangen, ganz sicher mit dem Auspuff wedeln würde. Wir klopfen ihm liebevoll auf den Kasten und entfernen einige Spinnweben von der Haube, dann setzen wir uns rein und fahren eine erste Runde. Oh, dieses Motorgeräusch, wie haben wir dich vermisst!

Für die erste Woche mieten wir uns eine Cabin auf einem Campingplatz, um unseren heftigen Jetlag auszukurieren. In diesem Zustand wollten wir keinem Gastgeber auf den Wecker gehen. Bei Mark und Lynn schauen wir später wieder vorbei, nachdem unsere innere Uhr wieder auf Australisch tickt. Wir können unsere Dankbarkeit dafür, dass sie so lange auf unser Auto aufgepasst haben, kaum zum Ausdruck bringen, doch für die Beiden ist alles selbstverständlich, wir sind ja nun Teil der Familie.

Sogar ein weiteres Geschenk machen sie uns: eine manuelle Winde, die einst einem guten Freund von Mark gehörte, mit dem Spitznamen Onearm. Onearm hatte seinen linken Arm bereits in der Jugend verloren, war jedoch stets ein Macher und für jedes Abenteuer zu haben. Leider verstarb er vor einigen Jahren. „Ein toller Typ, er würde sich sicher freuen, wenn seine Winde ein zweites Leben bekommt! Bei mir in der Garage verstaubt sie nur.“- beteuert Marc. Wir sind gerührt! So gut gerüstet, kann unsere Reise nun weiter gehen. Onearms Winde werden wir in Ehren halten.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Es gäbe hier, im Norden Queenslands, sicherlich noch mehr zu entdecken. Doch inzwischen ist die Monsunzeit in vollem Gange, d.h. es ist schwül und unerträglich heiß. Die einzige Abkühlung bringt der Regen, doch sobald dieser einsetzt, werden weite Gebiete mancherorts in nur wenigen Minuten überschwemmt. An eine Fahrt nordwärts ist somit nicht zu denken. Ohnehin macht unser Verteilergetriebe noch immer diese komischen Geräusche – eine Baustelle, die wir uns für unsere Rückkehr aufgehoben haben, also für genau jetzt.

Wir wissen, das wir diesmal das Problem nicht ohne Hilfe beheben können. Uns fehlt es insbesondere an Wissen, Ersatzteilen und einem Ort zum Schrauben. In Townsville haben wir ein hohes Defender-Vorkommen beobachtet. Wir vermuten, es müsste dort jemanden geben, der sich mit dieser Art Fahrzeugen auskennt. Foreneinträge bestätigen vage unsere erste Vermutung.

Unterwegs machen wir erneut in der Gegend um Mission Beach halt. An dem entspannten Strand der Bingil Bay hatten wir die letzten Wochen vor unserer Abreise verbracht, irgendwie wurde er einer unserer Lieblingsorte in Australien. Nach einigen Tagen, in denen wir die Seele baumeln lassen und nichts tun, jucken uns aber doch die Hände. Also fahren wir zügig und ohne große Umwege nach Townsville, um die Lage zu checken.

Natürlich schauen wir sofort bei Kathy und Bruce vorbei, denen wir hoch und heilig versprochen hatten sie auf dem Weg in den Süden zu besuchen. Erinnert ihr euch? Wir haben vor einigen Monaten ihr Haus gehütet und sie uns wiederum an Lynn und Mark wegen dem Autostellplatz vermittelt. Und auch diesmal helfen sie uns aus der Patsche!

Nachdem wir von unserem Getriebeproblem erzählen, bieten sie uns sofort an bei ihnen zu wohnen, bis wir alles geregelt haben. Wir bekommen sogar den alten Holden als Ersatzfahrzeug, mit dem wir zwischen dem Haus und der Werkstatt pendeln können. Ist es nicht unglaublich? Wir sind so sehr dankbar, dass wir an dieser Stelle keine passenden Worte finden können, um unser Glück zu beschreiben.

Tim, unser Land Rover Mentor

Jonas telefoniert mit einigen Land Rover Dealern, um evtl. ein überholtes Getriebe aufzutreiben, was die schnellste Lösung wäre – austauschen und gut ist. Leider gehen die Preise dafür bei 2500 AUD los. So teuer haben wir uns das nicht vorgestellt. Die einzige kostengünstigere Alternative wäre ein gebrauchtes Getriebe zu besorgen und es selbst einzubauen. Oder aber am Besten: unseres selbst zu überholen. So etwas haben wir aber noch nie gemacht.

Wir fahren bei einigen Automechanikern vorbei, werden jedoch immer weiter geschickt. Schließlich steckt uns jemand die Nummer von Tim zu, den wir sogleich anrufen. Nach kurzer Lagebesprechung kommt heraus, dass er zwar ein gebrauchtes Getriebe für 800 AUD bei sich liegen, aber gerade keine Zeit hat. Umso besser: „Hey, ich kann alles selbst machen, ich hab nur kein Platz zum schrauben. Wir bräuchten nur eine Ecke in deiner Werkstatt und vielleicht ein paar Ratschläge.“ Tim ist einverstanden, wir dürfen Ende der Woche kommen.

Das Ding ist, wir wissen nicht einmal, inwiefern unser Getriebe kaputt ist. Nachdem das Öl abgelassen ist, wirft Tim einen Blick rein und meint, dass es gar nicht so übel aussieht. Also beschließen wir unseres zu überholen, indem wir nur die Lager und sonstige Verschleißteile auszutauschen. Das Verteilergetriebe wird runter gelassen und auseinander genommen. Es braucht schon einige Tage, das ölversiffte Ding in Einzelteile zu zerlegen und zu reinigen.

Leider stellt sich dabei heraus, dass die Eingangs- und Zwischenwelle durch zu hohe Reibung blau angelaufen sind. Das Material wurde durch die Überhitzung tatsächlich beschädigt. Gut, dass wir es erkannt haben, schlecht hingegen, dass die nun benötigten Ersatzteile extrem teuer sind und auch nicht so schnell geliefert werden können. Da wäre ja noch immer das gebrauchte Getriebe, aber inzwischen wurde zu viel Arbeit in die Überholung gesteckt. Eine astreine Zwickmühle.

Ok, vielleicht müssen wir erstmal noch etwas über Tim erzählen. Tim ist ein Land Rover Freak. Als wir bei ihm auf dem riesigen Grundstück ankamen, bestaunten wir ein Meer aus alten Defendern. Bestimmt 150 Fahrzeuge, einfach mitten im Busch. „Wow, ein Land Rover Himmel“, freut sich Jonas bei der Ankunft. „Jaja, manchmal auch eine Land Rover Hölle!“- antwortete Tim im Scherz mit ernster Miene. Eine richtige Werkstatt ist es also nicht, eher eine selbstgezimmerte Bude, in welcher Autoteile wild verteilt in irgendwelchen Tonnen oder einfach lose herum liegen.

Natürlich fand Tim auch unseren Landy geil, vielleicht hat er deswegen in diesen Deal eingewilligt, bei dem für ihn so gut wie nichts raus springt. Bezahlen müssen wir nur die Ersatzteile und noch die wenige Zeit, bei der Tim tatsächlich mit anpackt (zum Beispiel beim Ein- und Ausbau). Und nun, in unserer Zwickmühle, schlägt er auch noch vor, das gebrauchte Getriebe für Ersatzteile auszuschlachten.

Tim, du bist unser König! Nachdem noch einige Tage vergehen, da die Teile doch nicht so richtig passen und somit einige improvisierte Optimierungsmaßnahmen erfolgen müssen, ist das Getriebe wieder drin. Unsere Rakete schnurrt endlich wieder wie ein zahmes Kätzchen.

Wir können uns bei Tim gar nicht oft genug bedanken. Nicht nur für die Möglichkeit, unser Reisefahrzeug zu reparieren, sondern auch für die Mechaniker-Lehre. Unglaublich, wie es manchmal läuft – das Universum hat uns mal wieder genau das geschickt, was wir gerade brauchten: Hilfsbereite Menschen!

Strandhopping

Jetzt haben wir aber genug über unsere Autoprobleme gefaselt. Ihr wollt bestimmt endlich ein paar Strandfotos sehen. Die gibt’s gleich, denn wir fahren nach dem langen Aufenthalt in Townsville direkt weiter. Die Hitze macht uns fertig, deshalb wollen wir schnell eine große Distanz Richtung Süden bewältigen, um aus dem Tropengürtel raus zu kommen. Doch wie immer lassen wir es uns nicht nehmen, einige schöne Zwischenstopps einzulegen.

Als erstes machen wir Halt in der Horseshoe Bay, einem kleinen Urlaubsort nahe Bowen. Hier herrscht derzeit die absolute Nebensaison, was wir sehr zu schätzen wissen. Viele Campingplätze sind geschlossen oder nutzen die Zeit zum renovieren. Die Strände sind Menschenleer und vielleicht gerade deshalb so wunderschön. Schade nur, dass man zur Zeit nicht im Ozean schwimmen sollte, weshalb auch die Touristen ausbleiben. Die Regenzeit bringt nämlich giftige Quallen mit sich, die unter Umständen tödlich sein können. Wir jedenfalls genießen unsere Spaziergänge bei einer kühlen Briese.

Weiter geht es zum berühmt berüchtigten Airly Beach, dem Ausgangspunkt zu den Whitsunday Inseln. Gleichzeitig ist der Ort ein Backpacker Mekka. Leider erfüllt sich unsere Hoffnung nicht, die Nebensaison hätte auch hier Einzug erhalten. So stehen wir am Hafen und schauen uns um, ob wir nicht eine Tagestour zu den schönsten Schnorchelparadiesen am Greet Barrier Reef unternehmen. Doch wir fühlen uns super unwohl zwischen all den jungen Backpackern, die haufenweise Bier anschleppen und den Bootsausflug überwiegend für Partys nutzen. Nach langem hin und her entscheiden wir uns dagegen und machen lieber ein paar kleine Wanderungen in der Umgebung.

Sowieso hätte das Wetter nicht mitgespielt, bereits für den nächsten Tag ist langanhaltender Regen angesagt. Wir machen einen weiteren Sprung südlich, in die Mackay Region. Im Cape Hillsborough Nationalpark finden wir einen traumhaften Campingplatz am Strand und beschließen hier einige Tage zu verbringen, was für uns keine schlechtere Alternative zu den Whitsundays darstellt. Jonas versucht sein Angelglück (leider ohne Erfolg), ansonsten genießen wir einfach die traumhafte Natur. Nach dem Getriebestress haben wir uns das mehr als verdient.

Offroad Testfahrten und eine Hitzewelle

Dann wird uns die Strandgeschichte irgendwie zu langweilig. Außerdem wollen wir unser neues Getriebe auf Herz und Nieren prüfen, warum also nicht wieder in die Berge fahren? Nicht weit von Mackay finden wir den Eungella Nationalpark, es geht (ähnlich zu den Tablelands bei Cairns) innerhalb kurzer Distanz auf über 1000 Höhenmeter rauf. Diesmal schlägt sich der Landy mit Bravur. Kein Kreischen und Quietschen mehr, nur das vertraute laute Brummen des Dieselmotors.

Hier oben ist es natürlich auch wunderbar kühl. Am Abend sitzen wir lange am Lagerfeuer und lauschen einem einzigartigen Zikadenkonzert inmitten des Regenwaldes. Am nächsten Tag erkunden wir den wenig besuchten Nationalpark entlang zahlreicher Offroadpisten auf der Suche nach Schnabeltieren, die hier leben sollen. Jedenfalls haben wir in unseren Landy wieder vollstes Vertrauen gewonnen.

Und schon zieht es uns weiter. Es ist eigentlich nicht mehr weit bis zum Tropic of Capricorn – so nennt sich der Breitengrad 23,5 südlich des Äquators, der die imaginäre Grenze zwischen den gemäßigten und den heißen Tropen markiert. In Rockhampton überqueren wir ihn endlich. Doch leider passiert genau das Gegenteil davon, was wir erwartet haben: Es bricht eine abgefahrene Hitzewelle in der Region aus.

Während unser Thermometer im Auto auf über 50 Grad klettert (und nachts nicht unter 35 fällt), harren wir im Byfield Nationalpark aus. Dort gibt es einen Fluss mit Badestelle, in dem wir uns alle 30 Minuten abkühlen müssen, um nicht an einem Hitzeschlag zu sterben. Verstehst sich von selbst, dass dies in solchen Zeiten kein einsames Örtchen ist. Die Stimmung gleicht der im Freibad an einem heißen Ferientag.

Nach einigen Tagen, inzwischen hat es sich auf 40 Grad abgekühlt, beschließen wir dem Trubel zu entkommen, indem wir etwas tiefer in den Nationalpark vordringen. Hier sind wir die einzigen – also die einzigen Idioten, die bei dieser Hitze im trockenen Busch campen. Unsere alleinigen Nachbarn sind die vielen ungeheuerlichen Riesen-Spinnen, Huntsman und Golden Orb Weaver. (Übrigens zählen beide zu den größten Spinnen der Welt. Letztere ernähren sich sogar von Vögeln und Schlangen. Jonas findet sie wunderschön, Ellen hat eine etwas andere Meinung zu dem Thema.)

Doch im Grunde ist diese Ecke des Byfield Nationalparks sehr eindrucksvoll. Der sandige und anspruchsvolle Offroad Track erinnert uns stark an Fraser Island. Es geht hoch hinaus über Dünen, entlang einsamer Strände und dann wieder quer durch Eukalyptuswälder. Wir genießen diesen Ausflug sehr, obwohl unser Aufenthalt wetter- und spinnenbedingt etwas kürzer ausfallen muss, als ursprünglich geplant.

Was für 1 Leben

Wir setzen unsere Fahrt in der Hoffnung auf kühleres Wetter fort und landen nach einem halben Tagesritt in Agnes Waters. In dem verschlafenen Örtchen, welches zum Stadtbezirk Gladstone gehört, gibt es einen schattigen Campingplatz und eine klimatisierte Bibliothek um die Ecke, in der wir ein bisschen am Computer arbeiten. Außerdem können wir endlich wieder bedenkenlos im Ozean baden, denn für die Quallen ist hier das Wasser bereits zu kalt.

Auch die Umgebung hat einiges zu bieten. Zum Beispiel machen wir einen Tagesausflug in den historischen Ort namens 1770. Die seltsame Namensgebung kommt aus dem geschichtsträchtigen Jahr, in dem James Cook auf seiner Entdeckungsreise zum ersten Mal genau an dieser Stelle ankerte. Zu gut kann man sich vorstellen, wie es hier damals ausgesehen haben muss: ruhige Lagunen, kristallklare Flussmündungen, traumhafte Strände und unberührte Natur, die man noch heute fast unverändert vorfindet.

Auf der anderen Seite liegt der Deepwater Nationalpark praktisch um die Ecke. Dort legen wir ebenso einige Angel- und Badetage ein und werden diesmal mit einem leckeren Bream belohnt. Das Naturcamp am Wreck Rock verleitet dazu länger zu bleiben, doch nun haben wir uns langsam genug in dieser Gegend rumgetrieben und wollen weiter.

In letzter Zeit haben wir Strände wie Unterwäsche gewechselt. Auch in Miara, unweit von Bundaberg, finden wir einen netten Campingplatz direkt am Wasser. Diesmal fängt uns Jonas einen stattlichen Flathead zum Mittagessen. Ach, ist es nicht ein wunderbares Leben, das wir gerade führen? Die einzigen Dinge, um die wir uns tagtäglich kümmern, sind Angeln, Essen und Schlafen. Man könnte sich glatt daran gewöhnen, wäre es nicht auch ein bisschen… eintönig.

Der Mensch braucht wohl etwas mehr vom Leben, als nur Ruhe und Entspannung. Wir jedenfalls sehnen uns langsam nach Aufgaben, vielleicht sogar nach Herausforderungen. Doch bevor uns einfällt, was wir mit der uns gegebenen Zeit anstellen, genießen wir diesen Zustand lieber noch ein wenig. Denn eines Tages wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir uns diese einfache und unbeschwerte Lebensweise zurückwünschen. Zumindest als eine kurze Auszeit.

Der Kreis schließt sich

Als wir in Miara Richtung Brisbane losziehen, erleben wir zunächst eine Überraschung: eine riesige Huntsman hatte sich bei uns im Fahrerhaus versteckt und kommt nun über die Innenseite der Autotür gekrabbelt. Ellen fällt beinahe aus dem fahrenden Fahrzeug. Nicht zum ersten Mal sind wir in dieser Situation, Jonas weiß darum entsprechend zu reagieren. Wir sind nur froh, dass es diesmal nicht auf dem Highway passiert ist, wie damals in Malaysia.

Und jetzt? Was machen wir hier? Schon wieder diese Frage, die bei so einer Langzeitreise schon mal auftauchen kann. Noch kurz im Woodgate Nationalpark vorbei fahren und in Maryborough den heftigen Regen abwarten, dann haben wir erstmal genug. Wir fahren einfach nur nach Brisbane. Ein bisschen sentimental werden wir, als wir an all den Orten vorbei fahren, die wir bereits kennen, denn dadurch fühlt es sich nach einem Abschluss an. Wir sind wieder genau dort, wo wir angefangen haben, der Kreis ist geschlossen. Dabei ist unsere Reise doch noch gar nicht zu Ende.

Irgend ein Abschnitt ist aber schon zu Ende gegangen – diese unbeschreiblich lange Rundreise durch halb Australien. Doch bevor wir weiter in diesen Gedanken versinken, freuen wir uns einfach, unsere Freunde wieder zu treffen. Mal wieder fühlt sich unsere Abwesenheit so kurz an, dabei sind ganze 14 Monate vergangen.

In den folgenden Tage werden wir erneut zum Crystal Creek mitgenommen. Dies war das erste Ausflugsziel an unserem allerersten Tag in Australien. Es ist einfach unglaublich wieder hier zu sein, zu sehen was sich verändert hat. Damals war es ein ruhig plätschernder Bachlauf. Heute sind die Wasserlöcher von den vielen Regengüssen vergangener Wochen am überquellen. Vielleicht ist der Crystal Creek in diesem Moment ein Sinnbild für unser eigenes Befinden: auch wir sind randvoll mit all den Eindrücken, die unterwegs in uns hinein geflossen sind.

Frühstück mit Schildkröten

In einer Woche werden wir erneut ins Flugzeug steigen, denn diesmal müssen wir visumbedingt Australien ab und zu verlassen. Zwar ist es ein bisschen ärgerlich, jedoch sehen wir darin gleichzeitig eine Chance: Auf Bali lässt es sich nämlich bestens als Digitale Nomaden arbeiten, und für unseren nächsten Reiseabschnitt etwas Geld anzusparen kann nicht verkehrt sein.

Doch vorher ergibt sich noch eine unglaubliche Gelegenheit für einen Ausflug zur Moreton Island, einer der größten Sandinseln der Welt. Diesmal nicht mit dem Auto, sondern auf einem Boot, welches einem unserer Freunde gehört. Es ist ein überwiegend sonniger Tag angekündigt, noch in der Dämmerung geht es los. Vorbei an den riesigen Sanddünen der Insel, hinter welchen gerade die Sonne aufgeht, fahren wir zu unserem ersten Ziel, dem Flinders Reef.

Ausgerüstet mit Schnorcheln springen wir sogleich in kalte Wasser. Und was kann es besseres zum Frühstück geben, als mit dutzenden Schildkröten zu schwimmen? Auch zwei riesige Rochen bekommen wir zu Gesicht. Dabei hat der Tag gerade erst begonnen.

Als alle zufrieden aufs Boot zurückkehren, beschließen wir unsere sechsköpfige Gruppe aufzuteilen. Die einen versuchen sich in Hochseefischerei (natürlich ist dort Jonas mit dabei), die anderen werden an einem einsamen Strand ausgesetzt, mit dem klarsten Wasser, das wir je gesehen haben. Sogar einige versteckte Höhlen gibt es dort zu entdecken. Langweilig wird es jedenfalls nicht.

Nachmittags schnorcheln wir noch alle gemeinsam entlang des Tangalooma Wrack. Dann geht es auch schon, erschöpft aber glücklich, zurück zum Festland. Großen Dank an R* an dieser Stelle, für all die Mühe und den Aufwand, um uns diese wunderbare Erfahrung zur ermöglichen!

Na dann, ab nach Bali. Bis bald Australien, in zwei Monaten kommen wir wieder.